28. April 2026
Erinnerungspfad zum Ersten Weltkrieg in der Fortifikation Hauenstein ist Teil der neuen SchweizMobil-Wanderung 472
Mit der offiziellen Eröffnung des Langenbruck–Bölcheflue-Rundwegs am 28. April 2026 ist der Erinnerungspfad zum Ersten Weltkrieg in eine national signalisierte Wanderroute eingebunden worden. Die neue SchweizMobil-Route 472 verbindet Natur, Kultur und Geschichte auf 13 Kilometern – und führt mitten durch eine der eindrücklichsten Landschaften des Baselbiets.
Bei frühlingshaften Bedingungen wurde im Kloster Schöntal die neue SchweizMobil-Wanderung 472 offiziell eröffnet. Hinter dem Projekt steht eine breite Trägerschaft: Baselland Tourismus, SchweizMobil, Wanderwege beider Basel, das Amt für Raumplanung Basel-Landschaft, die Gemeinde Langenbruck, der Verein Tourismus Langenbruck, die Archäologie Baselland sowie der Verein Fortifikation Hauenstein. Die Route startet und endet im Passdorf Langenbruck, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem erreichbar und in rund viereinhalb Stunden zu bewältigen.
Eine Route mit drei Gesichtern
Der Rundweg führt zunächst entlang der Chräiegg zum Kloster Schöntal, einem der bedeutendsten Kulturdenkmäler des Baselbiets. Die 1145 erstmals urkundlich erwähnte Gründung der Grafen von Frohburg gilt als ältestes Kloster im heutigen Kanton Basel-Landschaft. Sie ist eng mit der Geschichte des Hauensteinpasses verbunden: Der Adel sicherte sich durch die Stiftung des Doppelklosters für Benediktinermönche und -nonnen die Kontrolle über die wichtige Handelsroute nach Norden. Bereits 1187 wurde die romanische Klosterkirche geweiht, deren bemerkenswerter Skulpturenschmuck bis heute weitgehend erhalten ist. Heute dient die Anlage als kulturelle Begegnungsstätte mit einem Skulpturenpark inmitten der Juralandschaft.
3D-Modell des Klosters Schöntal. 3D-Modell: Joe Rohrer, Luzern | © Archäologie Baselland
Geschichte hautnah erleben: Der Erinnerungspfad zum Ersten Weltkrieg
Das geschichtliche Herzstück der Wanderung liegt zwischen Lauchflue und Bölcheflue. Auf diesem Abschnitt verläuft der Erinnerungspfad zum Ersten Weltkrieg, den der Verein Fortifikation Hauenstein konzipiert und realisiert hat. Zwölf Informationstafeln geben Einblick in die Fortifikation Hauenstein – jenen Verteidigungsring aus militärischen Befestigungen, der zwischen 1914 und 1918 zum Schutz des Eisenbahnknotens Olten errichtet wurde.
Historische Schützengräben und Relikte entlang der Strecke machen die Vergangenheit unmittelbar erlebbar. Wer sich Zeit nimmt für die Tafeln, erfährt nicht nur etwas über die militärische Bedeutung der Anlagen, sondern auch über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der damals stationierten Truppen und über die Auswirkungen der Grenzbesetzung auf die Region und die gesamte Schweiz. Vom ehemaligen Beobachtungsposten Bölcheflue reicht der Blick weit über das Baselbiet hinaus – bis nach Deutschland, Frankreich und in die Alpen.



Die SchweizMobil-Rundwanderung 472 führt entlang des Erinnerungspfads Erster Weltkrieg in der Fortifikation Hauenstein. Fotos: Jan Geerk | © Baselland Tourismus
Mittelalterliche Eisenproduktion im Dürsteltal
Beim Abstieg in Richtung Langenbruck orientiert eine Informationstafel der Archäologie Baselland über den mittelalterlichen Erzabbau im Dürsteltal. Bei Ausgrabungen in den 1990er-Jahren wurden hier die Reste zweier Verhüttungsöfen aus dem 13. und 14. Jahrhundert freigelegt. Einer davon, ein rund vier Meter hoher Hochofen mit wasserkraftbetriebenem Gebläse, gilt als einer der ältesten Hochöfen Europas und steht exemplarisch für einen technologischen Umbruch in der mittelalterlichen Eisenproduktion. Betrieben wurden die Anlagen vermutlich von den Grafen von Frohburg – denselben Adligen, die zuvor das Kloster Schöntal gestiftet hatten. Vertiefende Informationen bietet die Informationstafel «An der Schwelle einer neuen Technologie» der Archäologie Baselland.
Einkehr in der Bergwirtschaft Dürstel
Direkt nach der Tafel lädt die Bergwirtschaft Dürstel zur Rast ein – ein bei Wanderinnen und Wanderern beliebtes Lokal in idyllischer Naturlage. Auf der Karte stehen gutbürgerliche Speisen, saisonale Angebote wie Metzgete oder Sommermenüs sowie täglich wechselnde, preiswerte Tagesteller; auch für den kleinen Hunger findet sich etwas. Gekocht wird unter anderem auf dem traditionellen Holzofen. Das Restaurant ist rustikal-gemütlich eingerichtet und verfügt über eine grosse Sommerterrasse.
Das Haus selbst hat eine bemerkenswerte Geschichte: 1680 als Herrenhaus eines Landwirts erbaut, wurde es um 1746 mit einem Nebengebäude für Mägde und Knechte sowie einem kleinen Stall erweitert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts diente das Anwesen zunehmend als Ferienlager – der heutige Gastraum war damals der Gemeinschaftsraum, in dem gegessen und bei schlechtem Wetter die Zeit vertrieben wurde. 1954 wurde aus dem Herrenhaus das heutige Restaurant, das bis heute den Charme jener früheren Zeit bewahrt hat.
Facts und Figures zur SchweizMobil-Route 472
- Länge: 13 km
- Wanderzeit: rund 4 h 30
- Höhenmeter: 535 m
- Start/Ziel: Langenbruck (Rundweg)
- Anreise: mit der Waldenburgerbahn von Liestal bis Waldenburg, anschliessend Bus nach Langenbruck
- Schwierigkeit: mittel; ein Wegabschnitt ist als Bergwanderweg klassifiziert – gutes Schuhwerk wird empfohlen
- Tour aufrufen: SchweizMobil-Route 472
Unterstützen Sie den Verein Fortifikation Hauenstein
Der Verein Fortifikation Hauenstein engagiert sich mit grossem Einsatz für die Bewahrung, Erforschung, Dokumentation und Vermittlung der Geschichte der Fortifikation Hauenstein. Damit leistet er einen entscheidenden Beitrag, dieses bedeutende Mahnmal für kommende Generationen zu erhalten. Diese Arbeit ist auf freiwilliges Engagement und finanzielle Unterstützung angewiesen. Wenn Sie den Verein fördern möchten, können Sie ihn mit einer Spende oder einer Mitgliedschaft unterstützen. Jede Unterstützung hilft, noch mehr zu bewirken.
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